Nachdem im Oktober 2022 der Spatenstich erfolgte, die Leitungen verlegt, das Mondholz durch den Forst Goms gefällt und die Streifenfundamente durch die Firma GomBau AG noch vor dem ersten Schnee fertiggestellt werden konnten, mussten wir uns noch einmal bis in den Frühling 2023 gedulden.





Anschliessend konnte das Holz geborgen und in eine der letzten Sägereien im Wallis in Turtmann gebracht werden. In der Sägerei Zanella wurden die rohen Stämme zu Kanthölzern, Holzlatten und Schwarten zersägt. Nach dem Trocknen gingen die Balken wieder zurück ins Goms zu Weger Holzbau und wurden dort abgebunden und für die Aufrichtung vorbereitet (heutzutage natürlich Computergesteuert).


Damit alle drei Gebäude errichtet werden konnten, stand, trotz der kleinen Grösse der Häuser ein 28m Kran auf der Baustelle. Im August 2023 wurden alle drei Gebäude vom Holzbau-Weger Team aufgerichtet. Zuerst wurde der Rohbau unseres Hauses erstellt, danach der Carport und zum Schluss das AuTiny Nord für Gäste.



Ab Herbst 2023 waren wir dann selbst aktiv auf der Baustelle und haben gemeinsam mit Freunden einige Arbeiten übernommen. Zum Teil sind wir auch den professionellen Baufirmen als Hilfsarbeitende zur Hand gegangen. Eine der ersten Arbeiten war die Erstellung der Schindeldächer. Es war beeindruckend das Handwerk von Hans-Peter zu erleben, der zu jeder Schindel einen Bezug schaffte und gezielt auswählte welche zueinander passten. Die Arbeit auf den Dächern ist unglaublich kräftezehrend, aber bei guter Witterung auch wunderschön und sinnstiftend.


Unser Bauleiter von Seite Holzbau Weger, Cyrill Thenen, brauchte besonders viel Geduld mit uns und unserer Bauweise. Vor allem Manuela durfte viel übers praktische Arbeiten von ihm lernen. Vom Materialsparenden «Wurst-Rädli-Prinzip» bis zum richtigen Anstellen einer Leiter waren viele Lernfelder mit dabei.
Während der ganzen Bauzeit war unsere Tochter Léia oft mit uns auf der Baustelle. Da wir uns entschieden haben nur mit natürlichen, ungefährlichen Materialien zu arbeiten konnten wir sie ohne Sorge zwischen den Baumaterialien schlafen lassen.
Nach dem Verlegen der Trittschalldämmung und der unteren Schicht des Unterlagsboden mit Seidenpapier, Hanfband, Kork- und Kokosmatten, sowie der inneren Luftisolation mit Gutex einem Schweizer Holzfaserprodukt zur Dämmung stand die «Spitalschicht» an. Obwohl wir so gut wie möglich auf künstliche Baustoffe verzichten wollten, wurde uns von allen Seiten, inklusive unseres Architekten, eine Dämmschicht mit einer plastifizierten Dampfbremse empfohlen. Auch aus energietechnischer Sicht macht das natürlich Sinn. Anschliessend wurde darauf die letzte Dämmschicht mit Schafwolle montiert. Zu Beginn wollten wir auch das Holztäfer selber befestigen. Aus Zeit- , Schönheits- und Energiegründen haben wir diese Aufgaben dann doch den Profis überlassen.



Stattdessen haben wir uns auf den Aufbau der Lehmwände mit integrierten Heizschläuchen konzentriert. Zu Beginn hat uns diese Aufgabe überfordert. Mit viel Ausprobieren und Fehler machen, stieg unsere Freude an der Arbeit mit dem Material dann wieder an. Vor allem beim zweiten Haus konnten wir von unseren Erfahrungen profitieren und sind vom Lehm uns seinen Qualitäten begeistert.



Dank grosser Unterstützung von Freunden und der professionellen Arbeit von tollen Menschen auf der Baustelle ist unser Traum wahr geworden. Immer wieder schwelgen wir in Erinnerungen und denken an die Menschen, die mit viel Liebe fürs Detail unseren Ort der Erholung und Bewusstheit mitgeschaffen haben.


