Wie alles begann…

Uns war klar, dass unsere Zukunft in einer Bergregion liegt. Die Gründung einer Familie bedeutet auch, dass wir unseren Alltag dafür verändern möchten und müssen. Mit Freunden haben wir viele Gespräche übers Leben geführt und gemeinsam geträumt. Wir haben gemerkt, dass die Vorstellungen unterschiedlich sind und die Umsetzung eines gemeinsamen Projekts eher unrealistisch ist.
Im März 2021 an einem Langlaufwochenende im Goms haben wir die Parzelle in Reckingen besichtigt. Danach haben wir in einer Nacht das Grobkonzept für unsere AuTinys erstellt. Die Ideen kamen wie geflogen. Wir waren im Flow und haben gespürt, dass dieser Weg für uns der Richtige ist. Wir haben mutig entschieden alleine mit diesem Projekt zu starten und unser Leben fürs erste ins Goms zu verlegen, um dann weiter zu planen. Bisher hatten wir Glück und der Schritt hat sich bereits gelohnt. Beide von uns haben erfüllende Jobs gefunden, welche die Planungs- und Wartezeit zu einer spannenden Erfahrung gemacht haben. Der Alltag hat sich durchs Leben in dieser wunderschönen Berglandschaft automatisch entschleunigt. Wir konnten bereits kleine Schritte in einen bewussteren Alltag machen.
Veränderungen und Anpassungen
Vieles konnten wir genau so wie in der Vision umsetzen und sogar noch optimieren. So sind wir beispielsweise begeistert vom Strickbau (Traditionelle Holzbauweise) hier im Goms. Es freut uns sehr, dass unsere AuTinys auf diese Weise errichtet werden. Dies hat aber bedeutet, dass wir uns gegen die Flexibilität von einem Modulbau entscheiden mussten. Es wäre auch sehr schwierig geworden, eine Baubewilligung für einen «mobilen» Bau zu erhalten. So ist unser Schweizer System.
Loslassen – das haben wir in der Planungsphase gelernt.
«Letting go gives us freedom, and freedom is the only condition for happiness. If, in our heart, we still cling to anything – anger, anxiety or possessions, we cannot be free.”
Thich Nhat Hanh
Weiter mussten wir uns auch von unserem Traum eines Wasserkreislaufs aufgrund von Einsprachen aus der Nachbarschaft verabschieden. Die Angst vor Geruchsemissionen war zu gross – leider wurden wir nie persönlich darauf angesprochen. Wir hatten nämlich diese Bedenken ebenfalls und sind deshalb für vier Tage an den Bodensee gefahren, um eine Anlage von Phytotinies vor Ort zu «beschnuppern». Nach dieser Zeit konnten wir den Aussagen der Firma Vuna, welche dieses Patent erfunden hat, Glauben schenken. Man riecht wirklich nichts.
Auch aus finanziellen Gründen mussten und müssen wir immer wieder Anpassungen vornehmen. Wir änderten von ursprünglichem Lärchenholz für den Strickbau hin zu Fichte. Wir wechselten auch von Stelzenfundamenten hin zu Streifenfundamenten. Wir wollten möglichst wenig Impact auf den Boden verursachen.
Im ersten Moment spüren wir dann jeweils die Enttäuschung. Je länger die Planungsphase jedoch gedauert hat, desto mehr haben wir gelernt, dass diese Änderungen immer auch Positives mit sich bringen. Grundsätzlich sind wir einfach Glückspilze die Ihren Traum verwirklichen dürfen.

